achter Februar | 2020

    Es sind meist erinnerte, ganz kleine Szenen, eine Landschaft, die einem in den Sinn kommen. Als Ballast oder Geschenk über-tragen sie die Atmosphäre der erinnerten Welt mit.
    Die Gefühlswelt eines vergangenen Ich stellt dann Forderungen: Was wollte man damals, oder in diesem erinnerten Traum? Wusste der alte M. vielleicht intuitiv mehr von der Welt, als der spätere von ihr in Erfahrung gebracht hat?

    Uralte Einträge von gelben oder vergilbten Zetteln
    – driving by gps is like watching movies by subtitles
    – Filme in denen Leute schreiben sind immer voller Ruhe. In sie passt kein einziges Mobiltelephon hinein. Man ruft sich höchstens zuhause an. Wichtiger noch: der Schreibende im Film hat ein Zuhause. Nicht die blödsinnig behauptete Heimat im Schreiben, sondern vier Wände, gut beheizt mit gutem Tisch und gutem Stuhl. Der Kühlschrank des Schreibenden ist ein Füllhorn. Er hungert aus äthetischen Gründen, damit er mehr Zeit hat zum Rauchen und Trinken.
    – Meine Bilder brechen sich durchs Papier, in brennendem Weiß oder einer Spitzhacke schwarz. Bilder können sich auch durch-rauschen, so wie das Licht stehengebliebener Projektoren es gerne täte. Es rechnet nicht mit der Schwäche des Materials. So geblendet, bleibt nur die Augen zu schließen.
    – Ich hatte, so muss ich annehmen, mal einen Traum, in dem kamen ein Arm und Oskar Wilde vor. So steht es auf dem Zettel. Schuld an diesem Traum hatte sicherlich Stephen Fry. Mehr habe ich zu dieser alten Notiz nicht zu sagen.
    – Im Fnac Les Halles konnte ich Pearl Jam nicht finden. Der Verkäufer wusste Rat, ich sollte unter ‚Metal‘ nachschauen. Das fanden wir beide sehr komisch und lachten gemeinsam. Völkerverständigung

    Dann gibt es Zettel, die sind Artefakte. Ich könnte was auf ihnen steht abschreiben, aktualisieren, aber das wäre grundfalsch. Stattdessen muss ich den Zettel abwechslend archi- und dann wieder kuratieren. Auf einem steht zum Beispiel: tu files aussi vite qu’un pet de nonne sur une toile linée.

    Lernen von Monsieur Gustave, leçon 1.
    In der Metro, wo man sich mit dem Arsch nicht anguckt, es sei denn, man will etwas vom Anderen, in diesem verwüstetsten Teil der sozialen Pampa – und das ist Paris, da können Sie jeden auf der Straße fragen, viel Glück dabei – hier also in den Tunneln wo Füchs und Ase sisch nichts zü sagen aben, bestehe ich dreist auf zwischenmenschliche Wärme. Anstatt diese nur zu halluzinieren, empfehle ich folgenden Trick. Es ist einfach, jeder kann es mir nachmachen:
    Stellen Sie sich, ganz egal wie leer der Wagen, auch wenn Sie bequem hätten Platz nehmen können, stellen Sie sich in die Mitte mit dem Rücken vor den Mechanismus zur Öffnung der Türe. Wie sie dabei stehen, bleibt Ihnen überlassen. Sie können ihren Stand der Notwendigkeit oder Komfortbedürfnis nach variieren.
    Sehen Sie sich um, seien Sie wachsam, denn bald wird der erste Blick Sie treffen. Und dann schon ein zweiter, und ein dritter. So es Ihnen gefällt, erwidern Sie die Blicke mit einem Lächeln, zwinkern Sie ihren Mitmenschen, die Sie so lieben, zu. Seien Sie nicht scheu, die anderen sind es ja auch nicht. Beinahe schamlos werden Sie nun angeblickt. Genießen Sie ihre Lage. Nehmen Sie nach jedem Halt, die Position in der Mitte der Tür wieder ein. Immer neue, neugierige Augen warten auf Ihren Einsatz. Sie liegen vor Ihnen wie Munition in der Schublade Ihres Begehrens. Laden Sie durch, stehen Sie aufrecht, schauen Sie, werden Sie geschaut!
    Zwischendrin drehen Sie sich um und vergewissern Sie sich auf dem Halteplan über Ihnen, dass Sie ihr Ziel nicht verpassen.

    Da sitzt ein attraktiver Mensch am anderen Ende der der Kneipe an einem Tisch. Das Blickfeld ist unverstellt, niemand dazwischen könnte sich vom Blick missverständlicherweise angesprochen fühlen. Ich sehe öfter mal hin, um herauzufinden, ob man sich zufällig füreinander interessieren könnte. Schließlich sitzt man schonmal wie man sitzt und muss das Beste daraus machen.

    Am Baum der Neugier wächst Die Ranke der Erfahrung und macht Schluss mit dem fluffig jungen Grün. Sie rankt skrupellos wie doofe Metaphern in den aufgeklärten Geist.
    All die Menschen, die ich schon kenne, tragen Schuld daran, dass der da vorn auch nur wieder ein Gleicher ist.
    Hier beginnt das Beschreiben kleiner Unterschiede und will gerne einen Weg finden aus dem eingeschränkten Erleben, derer, die im Leben stehen wie verholzt

Ein Gedanke zu „“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s