Tokyo-Ga.
    Wim Wenders beschreibt das Phänomen des Identitätsverlust von Traum und Aufzeichnung. Wer am nächsten Morgen auf die Kritzeleien des Somnambulen blicke, der mitten in der Nacht versucht hat, ein Traumbild zu fixieren, werde darin nichts mehr erkennen. Das Bild sei schon derart weit entfernt, dass die Aufzeichnungen nicht entzifferbar, die eines Fremden geworden seien.
    Das ist womöglich die déformation professionelle einer bestimmten Art von Bildermachern, die auch im Erinnerten eine transzendente Wahrheit suchen, anstatt sich vom Detail zum Aufblitzen eines verwandten Bildes reizen zu lassen.

    Spiritualität von und für dummies.
    Im Café Cinema sprach ich mit den Leuten, die so freundlich waren mir und meinem Freund im ansonsten voll besetzten Raum zwei Stühle an ihrem Tisch anzubieten. Recht unerwartet stand eine Frage im Raum, was denn der Unterschied sei zwischen Spiritualität und Esoterik?
    Zu meiner eigenen Überraschung sagte ich ungefähr Folgendes: „Esoterik entsteht, wenn jemand versucht seine spirituellen Erfahrungen zu vermarkten. Dann besteht der Anspruch auf ein System. Esoteriker sind also Menschen, die der Spiritualität entweder zynisch oder anmaßend gegenüberstehen.“
    Dabei hatte ich einige Nerven getroffen. Dennoch benahm man sich mir gegenüber weiterhin freundlich, beschloss, es gut sein zu lassen und die Chakren ins Gleichgewicht zu trinken.

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