Man macht mich darauf aufmerksam, dass Sloterdijk Brock so zitiert: “Lerne Leiden, ohne zu klagen – und: Lerne Klagen ohne zu Leiden.” Ich sehe nicht ein, warum Rüdiger Nehberg diesen gewichtigen Zusatz am Überlebensgürtel mit in die Wildnis schleppen sollte.

     –

    Das Soziale ist, so schreibt Freud im Unbehagen in der Kultur, die größte Quelle menschlichen Schmerzes. Schlimmer als die Angst vor Naturgewalten und dem eigenen Verfall. In welchen Fällen es wohl umständlicher und schmerzhafter ist, seine Bedürfnisse in der Gesellschaft anzumelden, anstatt sie auf sich selbst gestellt durchzusetzen?

     –

    In Asterix bei den Briten gibt es eine Sequenz militärisch organisierter Weinverkostung, in der Legionäre die Fässer konfiszierten Weines einschlagen müssen, um das eine unter tausenden zu finden, in dem sich der Zaubertrank befindet. Tatsächlich wird das Fass gefunden und die Lehre scheint mir zu sein, dass viele kleine Fässer einfacher aufzumachen sind als ein großes. Der gemeine Suff allerdings, den die Legionäre sich bis zum Fund antrinken müssen, verhindert die strategische Nutzung ihrer taktischen Meisterleistung.

1/1/14

    Sloterdijk erzählt von Bazon Brock, dieser habe des öfteren ‘Lerne zu leiden, ohne zu klagen’ zum besten gegeben. doch wir wissen es besser, da ‘Lerne zu leiden ohne zu klagen’, wenn nicht zuerst, dann doch zuöfters durch den Menschenrechtler und Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg poulär gemacht wurde. Dass es einem im Dschungel, auf einem Baumstamm mitten im Atlantik und im Universitätsbetrieb gleichermaßen das Fortleben und Fortkommen erleichtert, wenn man beim eigenen Kampf im lebensfeindlichen Habitat möglichst wenige Geräusche von sich gibt, sorgt für Gemeinsamkeiten.

    Onomatopoiese des Gebrechens ist die Monographie eines akademischen Rates in Münster, bei dem ich mehrere Seminare zu Pragmatik absolviert habe.

    Uwe Kamenz behauptet bei Franz Walter Steinmeiers Dissertation schwerwiegende Mängel nachgewisesen zu haben. In der Tat bringt die von ihm entwickelte Plagiatssoftware ganz erstaunliche Erkenntnise ans Licht. Die Passage “Um mit Ernst Bloch zu sprechen…” erkennt sie als Plagiat Steinmeiers an einer Rede Helmut Kohls. Hätte Kamenz, der nicht nur Wirtschaftsprofessor an der FH Dortmund, sondern auch Gründer und allem Anschein nach einziges Mitlgied des ‘Instituts für Internet Marketing’ ist, seine Software nicht auf Steinmeier angesetzt und unter anderem mit Helmut Kohls Reden gefüttert, wäre Kohls Belesenheit dem breiteren Publikum auf ewig verborgen geblieben.
    Spötter können sich nun daran aufhalten, dass Helmut Kohl doch Ernst Bloch nicht ernsthaft gelesen haben könne. Ich frage mich in welchem Kontext Helmut Kohl es für angebracht hielt “Um mit Ernst Bloch zu sprechen…” anzuwenden und ob er damit überhaupt Ernst Bloch zitieren wollte, oder vielleicht Franz Josef Stauss, der womöglich an anderer Stelle mit Bloch gesprochen, aber unsauber gearbeitet und ihn nicht erwähnt hatte und Kohl diesen Fehler durch das korrekte Zitat zu korrigieren versuchte. Ein grenzenloses Gespräch, wenn man mit Bloch und denen die auch schon mit ihm sprachen spricht.