Seit zwei Stunden regnet es immer wieder kurz und heftig und aus dem Nichts. Die Sonne scheint verführerisch und lockt die Besucher in Kreuzberg auf die Straße und ins Café. Der Eindruck des kurzen Schauers erneuert sich wie die nassgeregneten Gesichter auf den Terrassen und Bürgersteigen.

    Morgen gehe ich ins Museum. Von dort aus ist jede Stadt zu ertragen.

    In diesem Sommer ist vom Kapitalismus kein Bedarf an weißen Leinenhemden vorgesehen. Auf Nachfrage hin erfuhr ich im Fachgeschäft, dass der Grund für das verordnete Ende des Leinenhemdes in der Faulheit der nicht bügelwilligen Gesellschaft zu suchen sei. Ja, insbesondere Männer beschwerten sich über ihre nie ganz faltenfreie Erscheinung und trügen bevorzugt alles, nur nicht Leinen. Das schwitzende Münster vergisst den Edelknick, kauft Baumwoll-Polyester Gemisch und stinkt sich faltenfrei ins 21. Jahrhundert.
    In Berlin finde ich ein Sommerhemd aus Hanf für 50 Euro, dass in allem sich verhält wie Leinen.

    Edelkiff.

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